2016: EAR veröffentlicht Kennzahlen zur Abholkoordination

Die Gemeinsame Stelle für das Elektrogesetz, Stiftung EAR, hat die vollständigen Kennzahlen zu den Abholungen im Rahmen der Abholkoordination für das Jahr 2016 veröffentlicht. Die wichtigten Punkte:

  • Die Gesamtzahl an Abholaufträgen hat sich gegenüber den Vorjahren wieder deutlich erhöht. Lagen diese 2014 und 2015 noch bei rund 48.000 pro Jahr, wurde im Jahr 2016 mit etwa 61.000 Abholungen fast wieder der Wert des Jahres 2012 (ca. 66.000) erreicht. Dies geht auf das im Verlaufe des Vorjahres drastisch zurückgegangene Optierungsvolumen seitens der ÖrE (Kommunen) zurück. Dafür sind vielfältige Ursachen auszumachen:
    • Generell sind die Sekundärrohstoffpreise, darunter vor allem für Shredderstahlschrott S4, mittlerweile wieder stark zurückgegangen. Dies hat umgekehrt zu einer Verteuerung der Entsorgungspreise geführt.
    • Weiterhin gab es im Zuge des Inkrafttretens des ElektroG2 auch Anpassungen im Bereich der Sammelgruppenveranlagung. Beispielsweise werden in der Sammelgruppe 3 mittlerweile nur noch Bildschirmgeräte und keine IT- und Unterhaltungselektronikgeräte mehr erfasst.
    • Vor allem in der Sammelgruppe 5, aber auch in anderen Sammelgruppen, bestehen seit Auslaufen der Schonfrist Anfang 2015 erhöhte Kostenrisiken aufgrund von Gefahrgutvorschriften, hier vor allem bzgl. Geräten mit eingebauten Lithium-Batterien.
    • Schließlich dürften auch die verlängerten Optierungszeiträume und Ankündigungsfristen das Risiko von Ertrags- und Kostenschwankungen während der Optierung deutlich erhöht haben, da viele Entsorger nicht mehr bereit sind, Entsorgungspreise bzw. -vergütungen für den zweijährigen Optierungszeitraum festzuschreiben.
  • Das aktuell stark zurückgehende Optierungsvolumen sowie die gleichzeitig wieder stark ansteigenden Abholungen dürften dann zukünftig auch wieder Auswirkungen auf die entsprechenden EAR-Gebühren haben, d.h. die Optierungsgebühren würden dann wieder sinken, während die Abhol- und Bereitstellungsgebühren wieder stärker steigen würden.
  • Die Abholungen im Bereich der Sammelgruppe 4 (Lampen) sind im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um fast 20 % angestiegen. Dem steht ein stark schrumpfender Markt im Bereich der Gasentladungslampen gegenüber. Allerdings werden spätestens ab Oktober 2017 auch die Hersteller von u.a. LED-Lampen an den Abholungen dieser Sammelgruppe beteiligt.
  • Ganze 104 Abholungen im Bereich der Sammelgruppe 6 (PV-Module) gab es im Jahr 2016, also im Schnitt nicht einmal 10 pro Monat. Das unterschreitet selbst noch konservative Schätzungen. Die Branche verharrt in gespannter Erwartung auf den ansteigenden Rücklauf von Altmodulen.